Workshop Arabisch

Bericht Workshop Vom Flüchtling zum Bürger, Braunschweig

9.1.2017. In einer Einführung erzählt Hussein Ghrer, dass es bei dem Workshop darum geht, sich mit anderen zusammen zu tun, um eigene Interessen und Bedürfnisse selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst zu helfen.

Die Teilnehmenden schreiben auf Zettel, welche Probleme sie haben. Darüber wird ausführlich diskutiert. Jeder kann seine Geschichte erzählen, andere kommentieren bzw. Hussein Ghrer ermutigt die anderen dazu Stellung zu nehmen: Wie könnte hier geholfen werden. Dazu gehören auch sehr spezifische Geschichten. Eine Frau sollte bei einem Arzt 400 Euro für ein Medikament zahlen, dass sie dann im Internet für 20 Euro fand. Ein Mann will wissen, wie er eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bekommt, wenn er gleichzeitig schon eine für Italien hat. Hussein Ghrer macht aber auch immer wieder deutlich, dass wir keine Antworten in dem Workshop geben können, sondern das Ziel darin besteht, sich zu überlegen, wie man gezielt und mit Hilfe anderer sich bei der Informationsbeschaffung unterstützen kann.

IMG_8145Als große Themen werden gesammelt: Arbeit, Rechte, Aufenthaltsgenehmigung, Bürokratie, Sprache und Stereotypisierungen (Rassismus/Angst vor Terrorismus etc.).

Zum Problembereich Bürokratie empfiehlt Ghrer die arabisch-sprachige App Burocrazy, die Flüchtlingen durch den deutschen Bürokratie-Dschungel hilft.

Im nächsten Block zeigen wir den 10-minüten Film „Local Democacy for Syria“ (http://www.local-democracy-for-syria.org/video.php)

Eine kurze Diskussion über die Situation in Syrien flammt auf – über die Fehler der Opposition, die Unveränderbarkeit des Regimes usw. Ghrer lässt die Diskussion kurz laufen, bis er unterbricht mit der Aussage: Sagen wir mal die Opposition wäre nicht korrupt und unfähig, dann könnte sie trotzdem nicht alleine ein besseres System schaffen. Das kann sie nur mit aktiven Bürgern.

Daraufhin zeigt Hannah Wettig eine Präsentation über Bürgerinitiativen und Projekte in Deutschland.

Es werden Fragen gestellt, wie so etwas geht. Anschließend diskutiert die Gruppe, wie ihre Probleme gemeinsam gelöst werden könnten. Sie könnten erstmal gemeinsam über diese Probleme reden und sich Beratung holen. Ghrer erzählt, dass viele Probleme in Deutschland sehr leicht zu lösen sind, wenn man weiß, wohin man sich wenden kann. Für fast alles gibt es Beratungsstellen und bei vielen gäbe es auch arabisch-sprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man brauche nur jemanden, den man fragen könne, jemand der deutsch könne und z.B. im Internet herausfindet, wer helfen kann. Er schlägt einen Übersetzer-Pool vor, denn einige Flüchtlinge können schon gut deutsch. Sie können z.B. bei Arztbesuchen helfen. Auch der Kontakt mit deutschen Helfern müsse hergestellt werden.

Die Teilnehmenden beschließen sich als Gruppe weiter auszutauschen und Ideen zu entwickeln. Eine Frau fragt, ob auch andere Flüchtlinge dazu kommen können. Das sei das Ziel, sagt Ghrer. Sie sollten andere einladen mitzumachen und auch Hilfen für andere entwickeln.

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