Hussein Ghrer: Wir brauchen einen Aufstand aller anständigen Menschen

17.3.17. Herr Reichelt, ich habe Ihren Aufruf an alle anständigen Flüchtlinge gelesen. Sie fordern diese zum Aufstand auf, um gewalttätige Handlungen (wie die Attacke auf einen Obdachlosen in der Berliner U-Bahn im Dezember 2016, AdR) zu stoppen und Deutschland zu schützen. Ich habe dies mit meinen Freunden diskutiert, besonders nach dem Vorfall in der Berliner U-Bahn. Meiner Ansicht nach habe ich eine persönliche und moralische Verantwortung, derartige abscheuliche Handlungen zu verhindern, die von einigen Menschen aus Syrien und aus anderen Ländern begangen werden.

Es ist meine Pflicht als Mensch und als Syrer, das Land, in dem ich lebe, zu schützen. Ich kann es nicht akzeptieren, einfach nur zu sagen: Ich gehöre nicht zu diesen Menschen und sie gehören nicht zu mir.

Es reicht nicht, zu behaupten, dass diese Menschen nur sich selbst repräsentierten und als Einzelne agierten. Wir müssen auch etwas tun. Ich rufe Sie daher dazu auf, das Problem aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und nicht nur aus einer einzigen.

Zuerst möchte ich an ein paar wichtige Daten erinnern, die Sie, Herr Reichelt, sicher gut kennen. Im Oktober 2016 wurde der Syrer Jaber Albakr, der plante, einen Terroranschlag in Deutschland zu begehen, von zwei anderen Syrern festgehalten und der Polizei übergeben. Ein paar Monate vor dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidtplatz haben syrische Geflüchtete Anis Amri den deutschen Behörden gemeldet. Außerdem wurden 2016 viele positive Initiativen von Geflüchteten angestoßen, von denen ich hier einige nennen will: Eine Syrerin in Celle führt deutsche und geflüchtete Kinder durchs Museum, um sie in Kontakt zu bringen. In derselben Stadt entwickelt eine Gruppe Geflüchteter einen Plan, um junge Menschen davor zu schützen, in die Falle des Terrorismus zu gehen.

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